וְהָיָה בַּיּוֹם הַהוּא, בְּיוֹם בּוֹא גוֹג עַל-אַדְמַת יִשְׂרָאֵל--נְאֻם, אֲדֹנָי יְהוִה: תַּעֲלֶה חֲמָתִי, בְּאַפִּי
Geschehn wirds an jenem Tag. Am Tag, da Gog kommt auf den Boden Jißraels, erlauten ists von meinem Herrn, IHM, steigt in meine Nase die Grimmglut.
(Jecheskel 38:18)

Israel

Stammesland. Heiliges Land. Wer hat ein Recht darauf? Wessen Tempel öffnen das Auge Gottes über ihm? Wer gibt ihm seinen Namen? Wer erzählt seine Geschichte, in welcher Sprache, und wie? Die Spur der Toten in Wasser und Sand ist eine heilige Schrift und Krieg die Maschine, die sie schreibt und liest.

Auf unserer dritten Etappe stoßen wir an vergangene und gegenwärtige Grenzen, Grenzverletzungen. Ja und Nein, Recht und Unrecht, Freiheit und Zwang, High und Low Tech wechseln die Seiten und zerren uns mit. Stopp, Kontrolle, sagt GOG. Wer wagt es hier "wir" zu sagen?

GOG / MAGOG 3 verengt mittels zusätzlicher Wände den Saal des Aufführungsortes zu einem weißen Galerieraum, über dem eine Installation von Leuchtstoffröhren sowohl die typisch kühle Galerieatmosphäre als auch wetterleuchtende Effekte erzeugen kann. Der Abend entwickelt sich vom Live-Reenactment einer Ausstellungseröffnung der israel-kritischen Initiative Breaking the Silence über Propaganda-Mashups und Schlagabtäusche bis zu einer improvisierten erbitterten Diskussion über Holocaustrelativierung zwischen den Performerinnen. Silikonobjekte, 3D-Avatare ebenso wie strukturierende Songs werden auf Podesten zu Ausstellungsgegenständen erhoben.

Die Performance verfolgt das Ziel, den immer wieder als binär erzählten Israel-Palästina-Konflikt auf das Publikum zu übertragen und so den moralischen Druck zu vermitteln, sich in diesem Konflikt auf einer Seite politisch zu positionieren. In seiner am Schluss erreichten Unmittelbarkeit ist der Abend so ein Gegenstück zur ästhetischen Verarbeitungsweise des vorhergehenden Teils der GOG/MAGOG-Serie.

Von & mit

Christopher Hotti Böhm (Multimedia), Hori Izhaki (Darstellung), Brandon Miller (Lieder), Marina Miller Dessau (Darstellung), Juri Rendler (Licht), Moran Sanderovich (Ausstattung), Arne Vogelgesang (Darstellung/3D), Robert Wolf (Technische Leitung/Licht). Kerstin Böttcher (Öffentlichkeitsarbeit), Jules Marfaing (Ausstattungsassistenz), Oliver Szewc (Assistenz), Christin Striegler (Grafik), Johanna Werheid (Produktionsassistenz).

Eine Produktion von internil in Kooperation mit dem Theaterdiscounter Berlin. Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und durch den Kofinanzierungsfonds des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.